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Kleine Waldschänke

Die „Kleine Waldschänke“ und dahinter die „Große Waldschänke“. Foto ca. 1930
Die „Kleine Waldschänke“, noch als Schweinestall, fotografiert vor 1925

Um Ihnen von diesem kleinen reetgedeckten Haus zu erzählen, müssen wir etwas weiter ausholen. Bereits 1768 gibt es Eintragungen im Erdbuch (heutiges Grundbuch) über die „Klingenbergkate“ auf einem etwa 26 Hektar großen Grundstück mit sieben Hügeln. Dieses Flurstück nannte man im Kataster „Klingenberg“. Auf eben diesem Grundstück stand ein Nebengebäude, das als Schweinestall genutzt wurde. Genau hier stehen Sie jetzt! Können Sie das Quieken und Grunzen der Schweinchen noch hören?

Der Klingenberg-Gründer Paul Zimmermann zog am 15. September 1903 in das große Bauernhaus ein und erwarb das Grundstück im Folgejahr. Das Bauernhaus wurde zur „Waldschänke“ umgebaut und diente als Speisegaststätte sowie als Unterkunft für die Gäste des „Freilichtparks“ – ein 125.000 Quadratmeter großes Gelände für die Freikörperkultur.

Und der Schweinestall – was geschah mit ihm?

Der Freilichtpark zog immer mehr Menschen an, die der FKK-Bewegung zugetan waren und sich für Kunst und Kultur interessierten. Daher wurde der Schweinestall im Jahr 1925 zu einer „Lesehalle“ umgebaut, die den Gästen als Rückzugsort diente. Die Lesehalle wurde vielseitig genutzt: Ein Friseur, ein Schumacher für Naturschuhe, ein Drogist, der auch Fotoarbeiten annahm, sowie einige Kunstgewerbetreibende arbeiteten hier.

Ein schönes Angebot für Touristen, oder?

Im Jahr 1962 brannte die große Waldschänke ab und wurde nicht wieder errichtet. Was blieb, war der ehemalige Schweinestall an der Ecke Seestraße und Uhlenflucht. Aufgrund seiner verkehrsungünstigen Lage sollte das Häuschen einer neuen Straßenführung zum Opfer fallen. Wachsame Klingberger wussten dies jedoch zu verhindern – die „kleine Waldschänke“ als Zeugnis der Vergangenheit musste erhalten bleiben!

Am 15. September 1986 gründete sich der „gemeinnützige Kultur- und Förderverein Kleine Waldschänke e. V.“ Für 45.000 DM wurde das Grundstück von der Gemeinde erworben. Die Mittel dazu kamen von den Klingbergern selbst. Das Häuschen wurde aufwendig saniert und seinem neuen Zweck, der Förderung von Kunst und Kultur, zugeführt. Viele ehrenamtliche Helfer haben es möglich gemacht, diesen besonderen Ort mit Leben zu füllen und Kunst und Kultur erlebbar zu machen. Besuchen Sie gerne die Webseite des Vereins, um noch mehr über die Vergangenheit sowie – noch wichtiger – über das Hier und Jetzt und das aktuelle Angebot zu erfahren.

Sicher ist auch etwas für Sie dabei!

Informationen zum Kultur- und Förderverein Kleine Waldschänke unter https://kleinewaldschaenke.de/